Der Wasserläufer

Der Wasserläufer (lateinisch: Gerries sp.) gehört zu den Insekten und kommt bei uns in zehn unterschiedlichen Arten vor. Sie unterscheiden sich in Färbung und Größe. Das Farbspektrum reicht von verschiedenen Brauntönen über grau bis schwarz. Der Rumpf der Tiere kann eine Länge von 0,5 bis 1,7 cm aufweisen. Zählt man zur Gesamtkörpergröße auch die langen Beine des mittleren und hinteren Brustbereichs hinzu, so erreichen manche Wasserläufer eine Körpergröße von bis zu 4 cm. Wie der Name bereits treffend ausdrückt, leben und bewegen sich die Tiere auf der Oberfläche des Wassers. Auf ihr können sie ruckartig dahingleiten, ohne zu versinken. Grund dafür ist die optimale Ausnutzung der Oberflächenspannung des Wassers. Die Wasserläufer haben ihre Beine als lange Ausleger ausgestreckt. Diese sind, wie der gesamte Körper, mit einem dichten, lufthaltigen Filz aus Haaren bedeckt. Er bietet tausende Berührungspunkte mit der Wasseroberfläche und schützt vor Benetzung. Dadurch wird nicht nur das spektakuläre Laufen auf dem feuchten Nass ermöglicht. Die Tiere können sogar weite Sprünge vollführen, ohne zu versinken. Das Nahrungsangebot besteht aus toten oder noch lebenden Insekten, die mit dem Wasser in Berührung kamen und nun auf der Oberfläche dahinschwimmen. Die Beute wird schnell geortet und mit Hilfe eines Stechrüssels ausgesaugt. Häufig lässt sich beobachten, dass die etwas größeren Weibchen die kleineren Männchen auf dem Rücken herumtragen. Die Eier der Tiere werden in der Regel direkt unter der Wasseroberfläche an Pflanzenteile angeklebt. Eine Ausnahme macht das Weibchen von Gerries najas. Es taucht, von einer Luftblase umgeben und mit dem Männchen auf dem Rücken, unter Wasser und legt seine Eier in mehreren cm Tiefe ab. Aus den Eiern entwickeln sich über verschiedene Larvenstadien und ohne eine Verpuppung die ausgewachsenen Tiere. Dabei gibt es immer wieder Wasserläufer, die statt der rückgebildeten Flügel auch ganz normale Flügel bekommen. Solche Exemplare können dann nicht nur exzellent auf der Wasseroberfläche dahin gleiten, sondern sind sogar in der Lage, sich in die Luft zu erheben und zu fliegen.