Rotmilan

Der Rotmilan (lateinisch: Milvus milvus) hat eine Körpergröße von 60 – 65 cm und eine Spannweite von 150 – 170 cm. Ausgewachsene Männchen sind mit einem Kilogramm Körpergewicht rund ein Drittel leichter als die Weibchen. Als besondere Kennzeichen der Vögel gelten die rostrote Unterseite des Federkleides, die hellen Flächen auf den Handflügeln sowie der tiefgegabelte Schwanz. Damit unterscheidet sich der Rotmilan deutlich vom dunkleren und ein wenig kleineren Schwarzmilan, dessen Schwanz nur leicht gegabelt ist. Aufgrund der auffälligen Flugsilhouette, der roten Federn und der eleganten Bewegungen beim Segeln und Gaukeln am Himmel haben manche Dichter ihn sogar als »König der Lüfte« gepriesen. In England wird er hingegen mit einem Spielzeugdrachen verglichen und dank der auffälligen Färbung auch Red Kite, also Roter Drache, genannt. Der Milan liebt eine abwechslungsreiche Landschaft. Auf alten Bäumen werden die Horste angelegt, zum Jagen benötigt er offene Flächen. Der Speiseplan ist abwechslungsreich. Neben kleinen Säugetieren und Vögeln werden auch von Autos überfahrene Tiere und anderes Aas nicht verschmäht. Zur Not geht der Milan sogar zu Fuß auf Jagd und erbeutet auf diese Weise Heuschrecken, Käfer, Regenwürmer oder Frösche. Zum Brüten bevorzugen die Vögel hohe Bäume in Waldrandnähe. Die Horste werden dabei nicht nur mit dünnen Zweigen und anderen natürlichen Materialien, sondern auch mit Papier- und Plastikfetzen ausgepolstert. Das Milanweibchen legt im April nacheinander 2 – 3 Eier, manchmal auch 4 – 5, die von ihr gut einen Monat lang bebrütet werden. In dieser Zeit kümmert sich der männliche Partner um die Nahrungsversorgung. Nach dem Schlüpfen werden die Nestlinge rund 2 Monate lang im Horst gefüttert. Dann können sie fliegen. Die Eltern versorgen die Jungtiere anschließend noch einen weiteren Monat mit Futter. Im Herbst zieht der größte Teil der Vögel nach Süden. Bevorzugtes Winterquartier ist der Mittelmeerraum. Rotmilane kommen weltweit gesehen nur in Europa, in Nordafrika und in einem kleinen Gebiet am Schwarzen Meer vor. Als ihre größte Bedrohung wird der Verlust naturnaher, abwechslungsreicher Lebensräume gesehen. Da rund die Hälfte aller Brutpaare in Deutschland heimisch ist, haben wir für die Erhaltung dieser seltenen Vogelart eine ganz besondere Verantwortung.