Bienwald

Mit einer Fläche von 13500 ha ist der Bienwald das größte zusammenhängende Waldareal im rheinland-pfälzischen Teil der Oberrheinischen Tiefebene. Im Süden wird er durch das Tal der Lauter zwischen Wissembourg und Lauterbourg begrenzt. Von hier aus erstreckt er sich in nördlicher Richtung an Kandel und Wörth vorbei bis nach Rheinzabern in die dortige Bruchbach-Otterbach-Niederung. Das großflächige Areal ist als Fauna-Flora-Habitat Gebiet »Bienwaldschwemmfächer« (FFH-Gebiet 6914-301) ausgewiesen. Aufgrund seiner Bedeutung für zahlreiche Vogelarten wurde es außerdem als Vogelschutzgebiet »Bienwald und Viehstrichwiesen« (VSG 6914-401) für das Schutzgebietsnetzwerk Natura 2000 gemeldet. In der Region haben die Ablagerungen eiszeitlicher Sedimente im Zusammenspiel mit den zum Rhein hin verlaufenden Bächen einen typischen Schwemmfächer entstehen lassen. Er besteht aus Sanden und Geröllen. Auf ihnen konnte sich im Laufe der Zeit ein ausgedehnter Niederungswald entwickeln. Er ist durch eine sehr hohe Struktur-, Biotop- und Artenvielfalt gekennzeichnet. Hier gibt es ausgedehnte Bachauenwälder, lichte Kiefernbestände, alte Eichenwälder, charakteristische Hainbuchenareale sowie Schwarzerlen- und Moorbirken-Bruchwälder. Im Zentrum der weitgehend geschlossenen Waldlandschaft befindet sich die Rodungsinsel Büchelberg. Sie zeichnet sich durch ihre Obstwiesen sowie das extensiv genutzte Acker- und Grünland aus. Orchideen, wie das Kleine Knabenkraut und das Brandknabenkraut, aber auch seltene Ackerwildkräuter, wie der Drüsige Ehrenpreis und der Acker-Hahnenfuß sind hier noch zu finden. Die Rodungsinsel ist ein Paradies für Tiere. Sie dient einer Fülle verschiedener Wildbienen, Käfer und Schmetterlinge, ja sogar der als verschollen geglaubten Gottesanbeterin, als Lebensraum. Vögel wie die Rohrweihe, das Rot-, Blau- oder Schwarzkehlchen sind hier zu Hause. Die umliegenden, großflächigen Waldareale haben für den Naturschutz außerordentliche Bedeutung. Es ist die Heimat selten gewordener Bewohner, wie Schwarzspecht, Hohltaube oder Sperlingskauz. Der Bienwald wird von 60 % aller in Rheinland-Pfalz vorkommenden Fledermausarten als Quartier und Jagdrevier genutzt. Vor allem die alten Eichenbestände und urwaldähnlichen Waldstücke weisen einen für Deutschland einmaligen Artenreichtum an Käfern auf. Als typischer Vertreter sei hier der Hirschkäfer genannt. Aber auch die größeren Waldbewohner, ob Wildkatze oder Reh, Wildschwein oder Dachs, nutzen den Bienwald als Lebensraum. Seitens des Natur- und Umweltschutzes gibt es schon seit Jahren große Bemühungen, den Autobahnschluss und die damit geplante Autobahntrasse zwischen Kandel und Lauterbourg zu verhindern, um die einzigartige Landschaft mit ihrer vielfältigen Fauna und Flora zu erhalten. Die Ausweisung des gesamten Bienwaldes als Schutzgebiet im Rahmen von Natura 2000 wird diese Bestrebungen sicherlich nachhaltig stärken. Hinzu kommt, dass die Region über ein Naturschutzgroßprojekt langfristig gesichert und durch gezielte Maßnahmen entwickelt werden soll.