Der Wanderfalke

Der Wanderfalke (lateinisch: Falco peregrinus) ist mit einer Körpergröße von 45 cm und einer Flügelspannweite von über 1 m der größte aller heimischen Falken. Die Oberseite der Tiere weist eine graue, die Unterseite eine weißliche Färbung auf. Brust-, Bauch- und Beinbereiche sind quergebändert. Als besondere Kennzeichen gelten der schwarze Wangenstreif unter dem Auge sowie die spitzen Flügel. Die Weibchen haben häufig eine etwas stattlichere Körpergröße und ein höheres Gewicht als die Männchen. Kennzeichen der Jungtiere ist das braun gesprenkelte Gefieder. Die hiesigen Brutvögel bleiben in der Regel im Land. Der Nachwuchs zieht jedoch im ersten Lebensjahr bis nach Südfrankreich.

Wanderfalken sind rasante Jäger. Wenn sie einen Beutevogel erblicken, beschleunigen sie ihren Flug auf beeindruckende 200 Kilometer pro Stunde. Beim steilen Sturzflug werden sogar über 300 Stundenkilometer erreicht. Aber auch die Beutetiere, ob Taube, Star oder Eichelhäher, haben eine gewisse Chance zu entkommen. Denn statistisch gesehen ist nur jeder 7. Jagdflug erfolgreich.

Eine extrem negative Entwicklung der Wanderfalkenbestände konnte in den 1950er und 1960er Jahren beobachtet werden, was fast zur Auslöschung der mitteleuropäischen Population führte. Hauptursache dafür waren Umweltgifte wie das DDT und weitere Insektenvernichtungsmittel, die über die Nahrungskette in die Vögel gelangten. Sie ließen die Eierschalen der Falken unnatürlich dünn werden. Als Folge davon starben die Embryonen. Hinzu kamen illegale Abschüsse sowie der Diebstahl von Eiern und Jungvögeln aus den Horsten. Vor allem das Verbot von gefährlichen Chemikalien sorgte dafür, dass sich die Bestände wieder langsam erholen konnten. Von großer Bedeutung für das Überleben und die Ausbreitung der Vögel waren und sind darüber hinaus intensive Schutz- und Betreuungsmaßnahmen. Neben der Ausweisung von Schutzgebieten um die als Niststandorte genutzten Felsen ist die Bewachung der Brutplätze durch die »Arbeitsgemeinschaft Wanderfalkenschutz« besonders hervorzuheben. Ihr ehrenamtlicher Einsatz vor Ort bietet den Tieren Schutz vor Störungen und gesetzwidrigen Handlungen, wie beispielsweise die Entnahme von Eiern aus den Gelegen. Natürlich sind auch Mitglieder der NaturFreunde in der »Arbeitsgemeinschaft Wanderfalkenschutz« aktiv tätig und tragen mit ihrem Engagement dazu bei, das Überleben dieser schönen und seltenen Vögel zu sichern.